ERLEBNISSE
Ökomuseen des ersten Weltkrieges in den vicentinischen Voralpen
ERLEBNISSE
Freilichtmuseen, die ein Erlebnis sind
Die Ökomuseen des 1. Weltkrieges sind Teil des ‘Projektes zur Bewahrung und Erschließung des historischen Erbes des ersten Weltkrieges in den vicentinischen Voralpen’, das im Oktober 2002 auf der Conferenza di Servizi gebilligt und anschließend dem Minister für Kulturgüter übermittelt wurde. Im Juli 2004 wurde eine gesonderte ‘Planvereinbarung’ für die Umsetzung des Projektes unterzeichnet, 2006 wurde das Projekt vom italienischen Republikpräsidenten Carlo Azelio Ciampi mit der Targa d’Argento, dem silbernen Schild, ausgezeichnet.

In die Strecke des Hochweges AVGG sind einige dieser Ökomuseen eingebunden, die damit zum Bestandteil der Route werden. Ziel beider Projekte ist die „Umsetzung des Gedenkens„, bei der eher noch als die materiellen Überreste das Zeugnis der Tatsachen eine Rolle spielt.
Der am härtesten umkämpfte Berg

Das Ökomuseum verläuft entlang der berühmten Straße der 52 Stollen, der ‘Strada delle 52 gallerie’, einem militärischen Maultierpfad, der die südliche Seite des Pasubio hinaufsteigt, zwischen kühnen Felsnadeln, tiefen Schluchten und schroffen Felswänden. Ein monumentales und geschichtlich wie ökologisch außerordentlich interessantes Werk der Militärtechnik, das im Januar 1917 in Rekordzeit fertiggestellt wurde.
Das Freilichtmuseum erzählt von diesem beeindruckenden militärischen Unternehmen und Werk, den Schwierigkeiten bei seinem Bau und den schrecklichen Bedingungen, unter denen die im Berg arbeitenden Soldaten leben mussten.
Der Beginn der Route ist durch einen Eingang kenntlich gemacht, der von zwei rostfarbenen Flügeln aus Betonmauern gerahmt wird. Sie bilden einen Empfangsbereich, an dem der steile Weg beginnt.
Der letzte berg

Das Ökomuseum verläuft den Kamm des Monte Novegno und Priaforàentlang, wo im Juni 1916 eine blutige Schlacht stattfand. Die Museumsroute berichtet von diesen letzten Versuchen der Österreicher, den Monte Priaforà und anschließend den Monte Novegno zu überwinden, der von ihnen als „letzter Berg“ bezeichnet wurde, weil es kein anderes Hindernis mehr gab, das sie von Schio und dem venetischen Flachland trennte.
Das Freilichtmuseum zeigt deutlich, warum dieser Berg nicht nur ein Schlachtfeld war, sondern der Schauplatz eines Abnutzungskrieges, der in erster Linie gegen eine widrige und gnadenlose Umwelt geführt wurde.
Startpunkt ist der Parkplatz des Monte Novegno in 1500 Metern Höhe. Erreichbar ist dieser über die unbefestigte Straße, die in der Contrada Rossi beginnt. Diese liegt auf dem höchsten Teil der Straße zwischen den Ortsteilen Santa Caterina und Bosco di Tretto (Schio).
Der Minenkrieg

Das Ökomuseum befindet sich auf dem Monte Cimone, einem Ort, der wegen seiner Lage für die österreichische und die italienische Armee gleichermaßen große Bedeutung hatte. Von hier aus konnte man nämlich die umliegenden Täler, das Valle d’Astico und das Val Posina, hervorragend beobachten.
Die Museumsstrecke begleitet den Besucher und berichtet von dem berühmten und tragischen Ereignis, als das österreichisch-ungarische Heer eine Mine explodieren ließ, um den Gipfel zurückzuerobern. Dabei wurden die Schützengräben und italienischen Stellungen zerstört.
Der Wanderweg beginnt am Friedhof dei Crosati, einem österreichisch-ungarischen Militärfriedhof in der Contrada di Campana, und gestattet es, über die von den Ereignissen des 1. Weltkrieges gezeichneten Orte den Gipfel des Monte Cimone zu erreichen, von dem aus ein wundervoller Rundumblick genossen werden kann.
Der Taumel des Krieges

Das Ökomuseum thront auf dem Monte Cengio in einer außerordentlich schönen Landschaft.
Die Strecke, die mit Stollen und Grotten in den Felsen gehauen ist, erzählt die dramatische und traurig-berühmte Episode des letzten Widerstandes der Granatieri di Sardegna gegen den Vormarsch der österreichisch-ungarischen Truppen.
An dieser Stelle finden sich neben dem Kreuz am höchsten Punkt des Berges auch eine kleine Kirche und eine Statue, die im Gedenken an die Granatieri di Sardegna aus den Resten der in der Gegend gefundenen Granaten hergestellt wurde.
Der Wanderweg beginnt an der Piazzale Principe del Piemonte, wo ein Parkplatz liegt.
Das Opfer und das Gedenken

Das Ökomuseum befindet sich in der kleinen Ortschaft Cesuna, wo sich während der Strafexpedition eine italienische Verteidigungslinie zwischen dem Monte Lemerle, dem Monte Magnaboschi, dem Monte Pau und dem Monte Zovetto befand.. Der Ort war Schauplatz erbitterter Kämpfe und beherbergte englische Truppen, die abgesandt worden waren, um die Gegend westlich von Asiago zu verteidigen. Neben den ehemaligen italienischen und österreichisch-ungarischen Friedhöfen gibt es in dieser Gegend auch einen Friedhof der englischen Truppen, der direkt von der Commonwealth War Graves Commission verwaltet wird und ein Zeichen ihres Opfers ist.
Die Gegend ist reich an historischen Zeugnissen des 1. Weltkrieges. Entlang der Strecke sind Reste von Schützengräben, Maschinengewehrstellungen und anderen militärischen Objekten zu sehen.
Ein Jahr auf der Hochebene

Der Monte Zebio ist der ursprüngliche Kern des Ökomuseums des 1. Weltkrieges.
Das Freilichtmuseum begleitet den Besucher um diesen Gipfel herum, wo schwere Kämpfe stattfanden, bei denen das italienische Heer versuchte, die österreichischen Linien zu durchbrechen. Davon erzählt auch Emilio Lussu in seinem berühmten Buch “Ein Jahr auf der Hochebene”.
Die ganze Gegend ist reich an historischen Zeugnissen. Zahlreiche Stätten wurden instandgesetzt, darunter neben Schützengräben und Stollen die Verteidigungslinie, die mit ihrer perfekten Bauweise ein Beispiel für menschlichen Einfallsreichtum bei der Verwandlung einer scheinbar bedeutungslosen Anhöhe in eine regelrechte Festung bildet.
Die Strecke beginnt an der Almhütte Malga Zebio, wo sich die ersten erläuternden Tabellen befinden. Es handelt sich um einen leichten und gut ausgezeichneten Rundkurs.
Das Schlachtfeld

Das Ökomuseum, das in der monumentalen Gegend des Ortigara und des Cima Caldiera liegt, ist eines der geschichtlich interessantesten Gebiete der gesamten Hochebene.
Das Freilichtmuseum führt den Besucher in die Umgebung ein, in der die heftige Schlacht des Ortigara ausgefochten wurde, mit Überbleibseln der imposanten Verteidigungswerke, die von beiden Heeren gebaut wurden (Schützengräben, Stellungen in Grotten, Beobachtungsstellen) und dem komplexen System aus Straßen, Maultierpfaden und Logistikzentren.
Der Fußweg beginnt an der Piazzale Lozze, die vom Rifugio Campomuletto aus über eine unbefestigte Straße zu erreichen ist.
Die Orte des Krieges und der Literatur

Das Ökomuseum liegt im natürlichen, von den Berggipfeln Tondarecar, Castelgomberto, Fior, Spil und Miela gebildeten Amphitheater.
Entlang der Strecke trifft man auf zahlreiche geschichtliche Zeugnisse wie Gedenksteine, Denkmäler und Reste des Militärfriedhofs in der Nähe von Malga Lora.
“La preghiera è stare in silenzio in bosco”
“I sentieri che un tempo dividevano il fronte oggi devono unirci”


